Wie schon länger versprochen folgt hier nun das Thema zu den Allergenen. Wie immer werde ich versuchen, es so einfach wie möglich zu schreiben, aber garantieren kann ich es nicht immer. Wenn ihr Fragen habt zu meinen Themen (Allergietests, Typen von Allergien...), dann postet eure Fragen einfach im entsprechenden Thema. Ich werde mir Mühe geben, sie so gut wie möglich zu beantworten.
Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Threads.
Allergene sind Antigene, die unter den richtigen Rahmenbedingungen eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen. Welche Allergietypen es gibt, habe ich ja schon erläutert. Die beteiligten Antikörper gehören zur Familie der IgE-Antikörper (Immunglobulin Typ E, daher die Abkürzung)
Beteiligte Allergene sind meist Polypeptide (länger- und langkettige Eiweißverbindungen) oder Proteine (komplexe Eiweiße). Die Reaktion des Körpers erfolgt aufgrund des chemischen Aufbaus der Stoffe.
Wichtig ist ebenfalls die Größe des Moleküls. Es können große, mittelgroße und kleine Teilchen sein. Eine Art Ausnahme sind Kontaktallergien (z.B. Nickelallergie), weil hier die Moleküle sehr klein sind, aber für eine allergische Reaktion ein größeres Trägermolekül benötigen. Man kann das vereinfacht mit einem Taxifahrgast vergleichen. Der Fahrgast ist das eigentliche Allergen, während das Taxi eben das Trägermolekül ist.
Die Allergene werden auf diverse Arten eingeteilt. Die einfachste ist nach Herkunft. Da hätten wir dann z.B.:
- Pflanzen
- Tiere
- Chemie
- Arzneimittel
Dann gibt es die Version nach Exposition (Beeinflussung) des Organismus, hier also entweder innerlich oder äußerlich.
Die Allergenaufnahme kann durch Einatmen (Pollen; Pilzsporen; tierische Hautschuppen; Federstaub; Eiweiße in Schweiß, Speichel, Kot und Urin; Kolophonium; Formaldehyd; u.a.) oder Essen (Nahrungsmittelallergien), länger andauernder Kontakt zum Allergen, Stiche (Quallen, Bienen, Ameisen, Korallen...) und eben Medikamente erfolgen.
Das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, hängt beim anaphylaktischen Typ von der genetischen Veranlagung ab. Sonst zählt eher, wie häufig und wie lange man dem Allergen ausgesetzt ist, wie stark allergen die Substanz wirkt und natürlich die Immunabwehr an den entsprechenden Grenzflächen (z.B. Haut und Metall im Falle einer Kontaktallergie).
Wie immer mit Grüßen aus Princeton,
euer
Greg House