Hallo zusammen,
seit ein paar Monaten weiß ich von meiner Hausstaub/Milbenallergie. In meinem Allergiepass stehen hinter beiden Krankheiten jeweils 3 Sterne. Was auch immer sie bedeuten habe ich leider nicht erfahren. Es scheint auf jeden Fall nicht leicht zu sein.
Geschichte:
Ich (Anfang 20) habe mich in meinem ganzen Leben immer leicht Niedergeschlagen und Müde gefühlt. Hatte manchmal unerklärliche Niesattacken und an manchen Orten hatte ich deutlich mehr Unwohlsein. Deshalb mochte ich z. B. nie das Reisen und erst recht keine Bus- oder Zugfahrten. Allergien haben in meiner Familie Tradition, aber dennoch kam nie jemand auf die Idee mich testen zu lassen. Möglicherweise, weil ich nie einen solchen Wunsch äußerte und die Symptome als normal empfand.
In der Oberstufe begann es dann schlimmer zu werden. Meine Augen verklebten in der Nacht und auch beim Verreisen. Mittlerweile ist es so, dass meine Augen nach 3 Minuten öffentlicher Bus zu sind. Ich hatte immer in einem Schulraum Atemnot und Niesattacken - aber recht selten. Meine Nase begann öfter zu laufen.
All das schien mich noch nicht weiter zu beunruhigen, weil ich dachte, dass es sicher normal sei und ich sonst ein Problem hatte. Als ich den Augenarzt aufsuchte und mir seine Therapie nicht half, blieb ich weiter fern.
Erst viele Monate später begann es mich immer weiter zu nerven. Ich konnte teils erst 2 Stunden nach Aufwachen die Augen ohne Schmerzen aufmachen. Das war für mich als Student nicht weiter von Belang. Aber als ich scheinfrei wurde, entschied ich mich für einige Arztbesuche und entschied mich beim HNO/Allergologen mal untersuchen zu lassen. Das Ergebnis war keine Überraschung.
Zu der Zeit waren meine einzigen Probleme die Augen. Ich hatte keine Atemprobleme mehr. Er gab mir Broschüren und riet mir zu einem Überbezug fürs Kopfkissen bzw. ein waschbares Kopfkissen. Nicht jeden Tag staubsaugen und lieber nass putzen. Dazu verschrieb er mir Augentropfen und Nasensprays. Alles half nicht und mit den Nasensprays bekam ich auch noch Atemprobleme, die ich vorher nicht kannte. Daher setzte ich sie ab.
Das schlimmste Produkt war jedoch Irtan. Augentropfen, die durch die Tränenpünktchen dann durch die Nase in den Rachen floßen. So hatte ich den ganzen Tag den schönen Irtan-Geschmack im Mund. Dadurch schmeckte gar nichts mehr.
Er sagte mir nach mehreren Versuchen, dass man einfach nur die einzelnen Mittel ausprobieren kann und sehen was einschlägt. Ein wenig Erfolg hatte ich mit Cromo Hexal. Jedoch war der nicht lang anhaltend. Es bekämpfte die allergisch bedingte Bindehautentzündung recht schnell, nur war sie am nächsten Tag wieder da. Im Nachhinein habe ich mich dann für normale Tränenflüssigkeit entschieden - die den selben Effekt hatte und die neben dem Bett steht, damit ich sie direkt nach dem Aufwachen ins Auge träufeln kann.
Auf jeden Fall war seine Antwort: "Man kann sich hyposensibilisieren lassen, aber das ist eine harte Prozedur mit keiner so hohen Erfolgschance bei der Allergie. Da kann man auch noch drüber reden, wenn normale Medizin nicht ausreicht. Mit der Allergie müssen Sie sich einfach arrangieren."
Nach den Worten entschied ich mich einfach mal alles umzusetzen, das er mir sagte und auf weitere Mittel zu verzichten. Letztendlich war meine Atmung ja immer super und nur die Augen waren schlimm und die Müdigkeit sowie die ständig dumpfen Kopfschmerzen.
Heute:
Symptome (können teils auch andere Ursachen haben, von denen ich bis jetzt noch nichts weiß):
- Ständige leichte Kopfschmerzen
- Entzündungen an der Haut
- Verklebte Augen
- Trockener Rachen
- Ausgetrocknete Nase
- Permanent müde
Maßnahmen:
- Ibu Hexal gegen Kopfweh, wenn ich am Tag einen klaren Kopf brauche
- Hylo-Comod Augentropfen für nach dem Aufstehen
- Deutlich verbesserte Ernährung (mehr Obst, Gemüse, nie mehr als Tagesdosis Zucker - Allohol hat mir eh nie geschmeckt)
- Bepanthen Augen/Nasensalbe damit meine Nasenflora nicht ganz abstirbt
- Lorano akut. Hat mir mein Hausarzt mal zum Testen mitgegeben und es hatte anfangs echt guten Erfolg - gegen alle Symptome. Mittlerweile gehts mir wieder schlechter.
- hinter geschlossenen Rollläden mit kleinen Öffnungen offenes Fenster/Balkontür
- Teppich raus, Antimilbenbezüge, regelmäßiges Waschen und nass Putzen... einzig die Vorhänge habe ich gelassen (sind aber ca. 5m weg vom Bett)
All die Maßnahmen brachten kurzfristig Verbesserung. Mit den Lorano akut dachte ich echt schon, dass ich die Perfektion erreicht hatte. Ich war wach, kein Kopfweh und morgens kriegte ich sogar die Augen auf. Nur kurze Zeit setzte wieder das Sicca-Syndrom ein.
Langsam bin ich echt verzweifelt und mein Körper macht mich fertig. Ich bin echt ein fröhlicher und lebensfroher Mensch und denke da werde ich keine psychischen Probleme von bekommen. Aber ich hätte schon gerne mal wieder einen beschwerdefreien Tag.
Im nächsten Monat habe ich auch mal wieder einen Termin bei meinem Hausarzt. Er will mit mir wohl einen größeren Allergietest machen und dann sehen wie es weiter geht.
Ich hoffe, dass ich Euch nicht zu sehr mit diesem Buch erschlagen habe.
Habt Ihr zusätzliche Anregungen zur Verbesserung? Wäre um jeden Ratschlag - egal ob Sinn oder Unsinn dankbar. Vielleicht habe ich ja ganz wichtige Dinge übersehen.
Schon mal besten Dank im Voraus
Ein Milboholiker